Das Problem mit der kostenlosen Registrierkasse

In Österreich besteht seit 01.01.2016 eine Registrierkassenpflicht.

Kurz und äußerst vereinfacht gesagt sieht die Registrierkassenpflicht vor, dass Unternehmen ab einer Umsatzgrenze von 15.000 EUR und Barumsätzen über 7.500 EUR ab 01.01.2016 ein elektronisches Abrechnungssystem verwenden müssen. Zusätzlich muss mit 01.04.2017 (der Termin wurde bereits einmal verschoben) ein Manipulationsschutz in Form einer digitalen Signatur in das System integriert sein. Genauere Informationen unter anderem zb. hier.

In der IT Branche löste dieser Beschluss eine gewisse Goldgräberstimmung aus. Die Anzahl der Registrierkassenhersteller verzehnfachte sich in etwa. Einige Hersteller, wie zum Beispiel die Firma offisy gingen den Weg einer kostenlosen Anwendung und wurden dank entsprechender Medienpräsenz relativ rasch zu den Rettern der Kleinstunternehmer stilisiert.

Nun bin ich in erster Linie Programmierer und Techniker und daher hat auch mich dieses Thema gereizt. Mein Unternehmen beschloss daher, ebenfalls eine Registrierkassensoftware auf den Markt zu bringen, genauer gesagt entschlossen wir uns dazu, die Open Source Software „Unicenta“, die ihrerseits auf dem langjährigen Open Source Projekt „Openbravo“ basiert, für den österreichen Markt und die lokalen Gesetzesmäßigkeiten zu adaptieren und so ein kommerzielles GPL Projekt daraus zu machen.

Beim Einarbeiten in die Materie und insbesondere in das Thema des Manipulationsschutzes und der digitalen Signatur wurde ziemlich rasch klar, dass diese Aufgabe sehr aufwändig wird. Mich beschlichen schon damals erste Zweifel wie jemand dies auf Dauer kostenlos anbieten kann.

Im Laufe des Jahres gewann die Firma offisy mehrere tausend Anwender mit ihrer kostenlosen Registrierkasse und launchte auch einige kostenpflichtige Angebote wie ein Gutscheinsystem, eine Mehrwert Hotline, einen Bondrucker (preislich etwa drei mal so teuer wie der Platzhirsch Epson TM-20II) und platzierte Werbung in der Software. Gegen all das ist auch aus meiner Sicht nichts einzuwenden.

Nun endet das Jahr 2016 bald, die Verpflichtung zur digitalen Signatur bzw. zur Manipulationssicherheit rückt immer näher. Der Aufwand war immens, aber wir konnten die Signatur gesetzeskonform in unserer Software umsetzen und erfolgreich testen. Wenngleich sich leider immer noch Kleinigkeiten ändern.

Nun lässt die Firma offisy mit einem Newsletter aufhorchen: Man müsse die Signatur mit Hilfe eines Partners realisieren, es wären hier einmalige und laufende Kosten zu erwarten Auf genauere Nachfrage (Zitat): „ein einmaliger Betrag im mittleren bis unteren zweistelligen Euro-Bereich“ zur Einrichtung sowie „Kosten für die Datensicherung im ein- oder zweistelligen Euro-Bereich“. Mittlerweile finden sich schon entsprechende Pakete.

Somit ist in absehbarer Zeit die kostenlose Registrierkasse entweder nicht mehr kostenlos, oder nicht mehr gesetzeskonform (der Anwender kann offenbar zwischen diesen beiden Optionen wählen).

Warum schreibe ich all das? Als Entwickler, der selbstständig für seinen Lebensunterhalt sorgen muss, bin ich der letzte der kein Verständnis hat dass Software und Support eben Geld kostet. Also keine der aufgelisteten Kosten (auch der künftigen für die Signatur) finde ich ungerechtfertigt sondern ganz im Gegenteil völlig nachvollziehbar (vielleicht mit Ausnahme von dem geschmalzenen Bondrucker, den man zudem wohl nicht mit anderen Systemen nutzen kann). Was mich eher stört ist die Strategie die hier angewendet wurde. Eine Kundenbindung durch ein kostenloses Angebot, verknüpft mit einer Inszenierung als Retter der Kleinstunternehmer, welches im entscheidenden Moment aber nicht mehr kostenlos ist sondern ganz im Gegenteil im Vergleich mit anderen Herstellern durchaus im Mittelfeld liegt.

Mein Rat bei der Entscheidung zu einem Registrierkassensystem ist daher weiterhin unbedingt die Kosten für die digitale Signatur ab 01.04.2017 hieb- und stichfest zu klären. Auf der Ebene der Softwareentwicklung ist dies der aufwändigste Teil überhaupt und es ist nicht zu erwarten dass dies jemand verschenken kann.

Prüfung der Signatur mittels Finanzonline App

Update 06.12.2016, 14:30:
Via Newsletter erfolgt folgende Klarstellung von der Firma Offisy. Erneut wird auf den höheren Aufwand ab 2017 hingewiesen. Meine genannten Bedenken bleiben aber aufrecht, der Aufwand zur Signierung der Belege ist ja bereits seit Beschluss der Registrierkassenpflicht im großen und ganzen bekannt und hätte daher bedacht werden müssen, wenn man ein „kostenloses“ Produkt schafft.

Gentoo Linux für den Raspberry Pi 3

Fast alle meine Raspberry Projekte haben als Grundlage ein minimales Gentoo Linux System. Das liegt nicht nur daran, dass Gentoo meine präferierte Distribution ist, ich halte es ob seiner Schlankheit und Anpassungsfähigkeit auch für geradezu ideal für den Einsatz auf dem Raspberry.

Allerdings dauert die Installation (bei der einiges manuell gemacht werden muss) immer so seine Zeit und ein fixfertiges Image das für mich zufriedenstellend funktionierte, konnte ich bisher nicht finden.

Daher habe ich mich entschlossen, mein Gentoo Image für den Raspberry Pi 3 hier allgemein zur Verfügung zu stellen.

Die Eckdaten:
– Vollständig getestet für den Raspberry Pi 3. Im wesentlichen installiert laut diesem und diesem Guide
– Download ist eine gezipte img Datei für eine 16GB SD Karte. Zum Schreiben empfiehlt sich der Win32 Disk Imager
– Hostname „raspi.local“, root-pw: „password“
– Achtung: root Login per ssh ist erlaubt (ggf. anpassen in /etc/ssh/sshd_config)
– verwendet wurde der raspberry Kernel inklusive der nonfree Module um zb. den WLAN Chipsatz zum Laufen zu bringen
– wlan0 ist nicht eingerichtet, eth0 default auf dhcp
– Installierte Pakete („world“): sysklogd, logrotate, nano, gentoolkit, traceroute, bind-tools, dhcpcd, ntp, whois, wpa_supplicant, vixie-cron

Ich möchte dieses Image auch weiterhin pflegen, updaten und hier (vermutlich etwa monatlich) publizieren. Über Anregungen an [email protected] freu ich mich.

Download Gentoo4Raspi 201610 auf Sourceforge (3,13 GByte)

Thunderbird mit office365 und Windows Phone via DavMail

Ich komm von meinem Thunderbird nicht los. Woran es auch genau liegen mag, ich mag ihn einfach, was vielleicht schon alleine damit zu tun hat, dass man einfach eine ganz gute Kontrolle darüber hat was man so an Andere schickt (zum Beispiel muss ich mir keine Sorgen machen jemandem ohne es zu wollen einfach ein winmail.dat File zu senden).

Mit Lightning gibt es hier auch eine sehr brauchbare Kalender Implementierung. Wenn man aber dann so wie ich auch noch ein Windows Phone und einen office365 Account hat (neben ein paar regulären IMAP Konten), wird das ganze schon eine Herausforderung im Bezug darauf, dass alles synchron bleibt.

Eine gutes Stück Software ist hier das GPL Projekt DavMail. Es übersetzt Mails, Kalender und Kontakte von einem Exchange Server auf die Standardprotokolle IMAP, Caldav und LDAP. Somit lässt sich fast jede Mail/Kalender Software an Exchange bzw. office365/outlook.com anbinden.

Wer übrigens so wie ich anfangs die Parameter für ein office365 Konto sucht:
Exchange Protocol: EWS
OWA (Exchange) URL: https://outlook.office365.com/EWS/Exchange.asmx

Xenops IP Telefonanlage goes Raspberry Pi

Wer mich kennt weiß ja, eins meiner liebsten Babys, das mich so im Alltag auf Trab hält, ist Xenops. Es handelt sich hier um unsere IP Telefonanlage, geschaffen aus Gentoo, Asterisk (stark von uns gepatcht), Hylafax, vielen anderen Tools sowie unserer Weboberfläche. Nach über 100 persönlich- bzw. mit Partnern durchgeführten Installationen steckt in diesem Setup mittlerweile viel Leidenschaft und auch viel Erfahrung mit diversen SIP (aber auch ISDN) Betreibern und Endgeräten.

Schon länger wollte ich das ganze für kleinere Installationen auf den Raspberry Pi portieren, heute war es dann soweit 🙂 Xenops in der „Pi edition“ ist fertig.

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Cashbee Kassensoftware beherrscht die digitale Signatur

Wie vielleicht manche wissen, habe ich gemeinsam mit meinen Kollegen mich vor einiger Zeit dazu entschlossen, auch mit einer Kassensoftware auf den Markt zu gehen.

Die Reise war nicht einfach, aber heute können wir schon auf einige Erfolge zurück blicken. Und: Die digitale Signatur von Belegen ist seit kurzem fertig. Ich hoffe ich irre mich nicht mit der Behauptung, dass wir damit zu den Ersten gehören. Weitere Infos bald unter www.cashbee.at

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Mail-Anhang-Versendeproblem von Outlook/Exchange zu externen Empfängern

Fehlerbeschreibung: Wenn ein Anhang mitgesendet wird, erhält der Empfänger eine Winmail.dat statt dem richtigen Anhang.

Fehlerursache: Outlook/Exchange versucht bei ihm bekannten E-Mailadressen (durch im Active Directory angelegte User und Kontakte) das Sendeprotokoll auf RichText zu stellen, welches weder ordentlich genormt ist noch von allen Mail-Clients verstanden wird.

Lösung: Am Exchange-Sever als Default-Einstellung für das Versenden von Mails nach extern beim Exchange-Rich-Text-Format „Never use“ einstellen. Weiters müssen natürlich dann auch noch alle Kontakte und User auf „Use default“ gestellt werden. Im Outlook unter Datei – Optionen – E-Mail – Nachrichten in diesem Format verfassen muss die Default-Option HTML ausgewählt sein.
Lösung-Details: Am Exchange-Server in der Exchange-Management-Konsole unter Organization Configuration – Hub Transport – Remote Domains –nStandard – Properties – Message Format „Exchange rich-text format“ auf „Never Use“ stellen.
In der Exchange Management Shell (Start – All Programs – Microsoft Exchange Server 2010 – Exchange Management Shell) folgende 2 Befehle ausführen:

Get-MailContact -ResultSize Unlimited | Set-MailContact -UseMapiRichTextFormat UseDefaultSettings

Get-MailUser -ResultSize Unlimited | Set-MailUser -UseMapiRichTextFormat UseDefaultSettings

Besten dank an Hrn Taubinger Thomas und sein Team der Firma Sonnleitner.

Windows Server Sicherung / SQL Backup und QNAP NAS

In letzter Zeit häuften sich die Probleme bei Windows Server Sicherung und SQL Backup in Verbindung mit QNAP NAS die Probleme.

Grund: Windows will die VHD (Sicherungsdatei) einbinden und kommt mit den veralteten Samba einstellungen nicht zusammen bzw div confs auf der NAS.

Lösung: Die Beta Firmware hat alles gefixt und  es scheint endlich Problemlos zu klappen (Firmware ist direkt bei QNAP zum Downloaden)

HP OEM Windows Server CD´s und Vmware

Jeder kennt wahrscheinlich – Man kauft eine orginal Software (Windows Server), Virtualisiert mit Vmware und klatsch: NOT Supported Hardware

Grund hier ist das OEM Branding seitens Hersteller – bei der das Setup direkt mit der Hardware Kommunizieren will…Florian Maier hat mir sofort ein diesen link geschickt welches das Problem löst und die VM direkt Kommunizieren kann womit das Setup klappt:

Howto: VMware Esxi Installation on HP Proliant with SBS 2011 Std

VMware Converter Extrem Langsam

Sollte auch jemand Probleme bei der Netzwerk Performance haben bei der Convertierung zu VMware (P2V):

https://www.vmware.com/support/converter/doc/conv_sa_50_rel_notes.html

  1. Open the converter-worker.xml configuration file. It is usually located in C:\ProgramData\VMware\VMware vCenter Converter Standalone folder.
  2. Set the key Config/nfc/useSsl to false.Save the configuration file.
  3. Restart the VMware vCenter Converter Standalone Worker service.